Tomaten, Chili, Paprika – Anzucht 2014

Gejuckt hat es schon seit einigen Wochen, am Wochenende fand ich dann endlich die Zeit, die diesjährige Anzucht von Tomaten, Chilis und Paprika zu beginnen.

Als Substrat nutze ich seit dem letzten Jahr Perlite, auch bekannt als Perligran in der 2/6 mm Körnung, eine Art Vulkanglas mit sehr guten Wasserspeicherfähigkeiten. Dazu ist das Perlite keimfrei, sodass mir der Ärger erspart bleibt, dass ungewünschte Kräuter in den Anzuchttöpfen wachsen.
Ein weiterer großer Vorteil ist, dass das Granulat die Wurzeln der zarten Pflänzchen beim Pikieren ohne Probleme freigibt, Körnchen, die zwischen den feinen Wurzelhaaren wachsen, können einfach mit in den Boden eingebracht werden.

Perlite, bzw. Perligran gibt es bereits ab 3 Euro pro 5 Liter bei Amazon zu kaufen.

Die auf dem Bild zu sehenden kleinen Dosen dürften jedem bekannt vorkommen, der schon einmal beim Fleischer Salate gekauft hat.
In entsprechender Höhe lassen sich pro Schale locker 10 Samen platzieren. Wichtig ist, dass die Böden der Schälchen vorher entsprechend gelocht werden, ich habe dazu einen stärkere Nähnadel benutzt.
Diese Löcher verhindern Staunässe im Gefäß und eignen sich, in Kombination mit dem Perlite unheimlich gut zur Bewässerung, die durch etwa 2-minütiges Einstellen der Schälchen in ein 1 bis 2 cm tiefes Wasserbad problemlos und schnell von statten geht.

Leider sind mir die Deckel in diesem Jahr abhanden gekommen, also habe ich Frischhaltefolie genommen, um für das günstige Mikroklima zu sorgen.

Die Schälchen haben noch einen weiteren praktischen Vorteil:
Bringt man in jedem nur eine Sorte Samen aus, können diese, sobald die eingebrachte Sorte keimt, unter die Zusatzbeleuchtung gestellt werden, unabhängig von verschiedenen Keimzeiten der unterschiedlichen Sorten.

Tomaten, Chili und Paprika in Perlite

Tomaten, Chili und Paprikasamen in Perlite – meine erste Anzucht dieses Jahr

Soviel zur Erklärung, warum das Substrat auf den Fotos weiß ist und ich in den kleinen Schälchen anziehe.
Im Folgenden ein paar Ausführungen zu den einzelnen Pflanzengattungen und Sorten.

Tomatenanzucht

Tomaten habe ich in den letzten Jahren immer angezogen und festgestellt, dass sich immer wieder Neues lernen lässt, auch wenn man glaubt, man könnte schon alles.

Im letzten Jahr war ich spät ran mit der Tomatenanzucht, erst Mitte/Ende März brachte ich die Samen aus. Da das Jahr sowieso sehr trüb anfing, aber bis Ende Oktober Sonnenschein vorherrschte, hatte ich Ende Oktober meine Tomatenernte, durch Nachreifung konnte ich Anfang November noch selbstgezogene Tomaten essen.

Neben dem Perlite probierte ich im letzten Jahr auch mit einer Zusatzbeleuchtung, die meine Erwartungen voll erfüllte. Keine meiner Tomatenpflänzchen vergeilte, weil es das Bestreben hatte, schnell dem Licht entgegenwachsen zu müssen.

Allerdings kamen meine Tomatenpflanzen nicht richtig zu Potte, die sträubten sich lange, zusätzliche Blattpaare neben den Keimblättern zu entwickeln, und das trotz vorsichtiger, organischer Düngung.

Tomatensamen anziehen in Perlite

Tomatensamen Anzucht

Des Rätsel´s Lösung?
Das Perlite ist ein feines Zeug für die Keimung und die Anzucht der Tomaten, jedoch enthält es keinerlei Nährstoffe und bindet den Dünger auch nicht wirklich, da dieser durch regelmäßiges Giessen, das notwendig ist, um eine Überkonzentration zu verhindern, wieder ausgewaschen wird. Ergo ist das Wachstum der ansonsten gesunden Tomatenpflanzen gehemmt.

In diesem Jahr weiß ich um diesen Nachteil vom Perlite und werde die Tomaten sehr zeitig pikieren.

Nachdem mir im letzten Jahr, bedingt durch dieses wichtige Nichtwissen, sehr viele Pflanzen mit der Zeit kaputt gegangen sind, ist die Steigerung der Sortenanzahl erstmal auf Eis gelegt.

15 Sorten Tomaten in diesem Jahr

In diesem Jahr gibt es vorerst 15 Sorten Tomaten.
Dies ist dem Umstand geschuldet, dass in Kürze die Sanierung des Hauses beginnt und der Garten von daher nur nebenher zur Entspannung bewirtschaftet werden kann. Die für dieses Jahr angepeilten 50 bis 70 Sorten wären dann nicht mehr machbar und es wäre Schade um die Arbeit.

Aber unter den 15 favorisierten und nun angezogenen Sorten finden sich einige Schmankerl.

Neben den Sorten „Oxheart red“ und „Brandywine Pink“, die zu den weltbesten Tomaten gehören, habe ich auch die Sorte „Mariannas Peace“, die lange als beste Tomaten der Welt galt, ausgesäht.

Die schwarze Kirschtomate „Black cherry“ macht mich genau so neugierig, wie die „Eva Purple Ball“ und die Cocktailtomate „Venusbrüstchen“.

Außerdem finden sich zwei italienische Sorten in meiner Auswahl, die „Sicilian Saucer“, die laut dem namen wohl eine hervorragende Soßentomate darstellen könnte, und die Tomate „Roma“, eine rote Pastatomate.

Mein Liebling ist aber die „Mortgage Lifter“, eine amerikanische Sorte aus den 30er Jahren, die Früchte mit einem Gewicht von bis zu 1 kg hervorbringen soll.

Ich bin gespannt und werde weiter berichten. Vielleicht werde ich hier auch eine Art Tomatenlexikon anlegen, damit jeder, der Tomaten für einen bestimmten Zweck sucht, hier auch fündig werden kann.

Chilianzucht

Zum ersten Mal werde ich mich auch an ein paar Chilisorten wagen, wobei ich mich bei der Wahl der Chilisamen wohl zu sehr vom Namen habe leiten lassen.

Mit den Sorten „Habanero Cappuccino“, „Habanero dark orange“ und „Habanero Bolivia“ wird es wohl eher einen Contest des schärfsten Chilies in der Stadt geben. Haben doch erstere zwei einen Schärfegrad von 10 bei 10 möglichen Stufen und die letztere einen Schärfegrad von 8.

Ich bin aber gespannt, ob es mir auch gelingt, Chili´s anzuziehen. Im nächsten Jahr werden dann wohl ein paar weniger scharfe Sorten dabei sein.

Paprika

Auch eine Premiere für mich – es wird eine Sorte Paprika geben.

Zum Thema „Paprikasorten“ werde ich mich zukünftig mal noch belesen müssen, um hier eine gute Auswahl zu treffen.

In diesem Jahr wird es nur die „Pepper Garden Sunshine“, eine längliche, süße Paprika, die zumindest optisch die Wucht sein dürfte, das ihre Früchte sowohl gelb, als auch orange und rot abreifen.

Alles Freiland …

Nachdem ich den Garten nun mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten inspiziert habe, habe ich festgestellt, dass dieser gerade für Tomaten, Chili und Paprika perfekt ist, weil er auf großer Fläche den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt ist. Diese brauchen sowohl Tomaten, als auch Chili und Paprika für die Entwicklung und Reifung der Früchte.

Ich werde das Experiment wagen und die Pflanzen bei den Gegebenheiten vorwiegend ins Freiland setzen. Unter anderem, weil ich glaube, dass die Natur grundsätzlich keine Pflanzen hervorbringt, die im Freiland nicht überlebensfähig wären.
Mit den passenden Planzen, die rund um die Tomaten, Chili und Paprika gepflanzt werden, sollte ein Klima entstehen, in dem sich alle gegenseitig begünstigen, auch die Austrockung und Auslaugung des Bodens sollte so kein Thema werden.

Da ich mittelfristig um die 200 Sorten Tomaten im Jahr anbauen möchte, wären Gewächshäuser auf Grund der benötigten Größe wohl auch kaum bezahlbar.

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