Schweren Gartenboden auflockern – Bodenverbesserung

Zwischendurch nehmen wir uns doch ab und an etwas Zeit und beginnen, den Garten zu bewirtschaften. Um doch in diesem Jahr schon etwas Gemüse anzubauen, haben wir nahe des Hauses, also eigentlich im Erholungsgarten von Frau Ulrich, ein Beet von ca. 30 m² angelegt. Dabei zeigte sich wieder einmal, was uns an Gartenboden erwartet.

Beet anlegen - Grassoden abstechen

Hier war also Beet anlegen angesagt, vorher musste natürlich das Gras weichen …

Beet anlegen – Grassoden abstechen

Nachdem eine geeignete Stelle für das erste Beet gefunden war, ging es ans Grassoden abstechen, eine wirklich anstrengende Arbeit. Die Stelle selbst liegt am späten Nachmittag im Schatten, also nciht unbedingt optimal für Tomaten und Paprika, aber näher am Haus und somit geschützt vor unerwünschten Besuchern, mit denen wir immernoch zu tun haben. Neben den Zweibeinern sind natürlich auch die Vierbeiner, wie Füchse und Rehe schlecht für ein Gemüsebeet, also heißt es noch, einen Wildzaun aufzustellen – einen Garten im Garten anlegen.

Beet anlegen

Nach dem Abstechen der Grassoden stand das Umgraben an …

Schon beim Abstechen der Grassoden zeigte sich der schwere Gartenboden, der trotz einigen Tagen Trockenheit in etwa 2 cm Tiefe schön feucht und somit natürlich extraschwer war.

Damit wurde das Umgraben zum Kraftakt, große, zusammenklebende Schollen ließen mich ganz schön ins Schwitzen kommen.
Bereits aus dem letzten Jahr weiß ich, wie die Oberfläche des Gartenbodens nach einigen Tagen Trockenheit verhält, die Erdklumpen werden knüppelhart und an einen Anbau in schön krümeligem Erdboden ist nicht zu denken.

Hoher Lehmanteil im Gartenboden

Während des Umgrabens zeigte sich, dass teilweise in ca. 40 cm Tiefe schon erste Lehmschichten zu finden sind. Dies war zu erwarten, erfuhren wir doch durch Nachbarn, dass sich neben unserem Grundstück eine Ziegelei befand und offenbar von unserem Grundstück der Lehm für unzählige Lehmziegel gewonnen wurde.
Die Jahrzehnte dauernde Nutzung als Garten und die Brache in den letzten 10 Jahren trugen jedoch dazu bei, dass sich wunderbarer Mutterboden im Garten bildete.

Der Vorteil von unserem schweren Gartenboden ist das hohe und lang anhaltende Speichervermögen von Wasser – auch nach langen Trockenperioden stößt man nach einigen Zentimetern auf feuchten Boden. Was auch an der tieferliegenden Lehmschicht liegen wird, die verhindert, dass Regenwasser unkontrolliert im Boden versickert.

Aus dem feuchten Gartenboden lassen sich sich gut feste Kugeln formen, die, wenn sie einmal getrocknet sind, wirklich steinhart werden.

schwerer gartenboden lehmhaltig

Aus der feuchten Gartenerde können problemlos Kugeln geformt werden, die auch beim Trocknen in Form bleiben und steinhart werden …

Zwischendurch habe ich schon einmal einen Eimer Erde mit nach Hause genommen, um unsere gekeimten Buchen einzupflanzen. Nachdem die Erde in dem Eimer einmal getrocknet war, war es beinahe unmöglich, diese aus dem Eimer herauszubekommen und zum Pflanzen zu nutzen. Die einzige Lösung hierzu ist eine dauerhafte Bodenauflockerung.

Gartenboden dauerhaft auflockern – Wie ohne Kompost?

Dass man schweren Gartenboden auflockern kann, indem man halbreifen Kompost oder Pferdemist einarbeitet, ist mir bekannt. Leider haben wir noch keinen Kompost, der ausreichen würde, um hier etwas zu bewegen und Pferdemist im Frühjahr kurz vor der Aussaat ausbringen, ist kontraproduktiv.

Mulch in den Boden

Zum Zeitpunkt der Beetanlage mähte meine Frau zum ersten Mal in diesem Jahr den Rasen. Da die zu mähende Fläche aktuell enorm groß ist, haben wir auch immer jede Menge Rasenschnitt. Diesen bringen wir als Dünger um unsere Obstbäume aus, was sich bisher gut gewährt hat. Trotzdem blieb von der ersten Mahd viel übrig und mir kam eine Idee.

Im letzten Jahr war mir aufgefallen, dass Flächen in einem Beet, auf denen ich Rasenschnitt ausgebreitet hatte, im Nachgang viel besser zu bearbeiten waren, offenbar führte der Mulch dazu, dass Mikroorganismen im Boden aktiv wurden, die im Boden gehaltene Feuchtigkeit unterstützte diesen Prozess.

Da der Rasenschnitt vor einer Kompostierung sowieso ausgebreitet werden musste, um etwas anzutrocken, damit er nicht fault auf dem Kompost, brachte ich ca. 300 Liter lockeren Rasenschnitt auf dem angelegten Beet aus. Natürlich in einer schön dünnen Schicht, damit er nicht fault, sondern gut trocknen kann. Einige Stellen ließ ich dabei zu Testzwecken aus.

Eine Woche später war der Rasenschnitt, der selbstverständlich ohne Samen war, wie auch zu dieser Jahreszeit, wunderbar getrocknet. Mein Schwiegervater, ein Kunstdünger-Gärtner sah das Beet und meckerte rum, dass wir mit dem Rasenschnitt nur Unkraut ins Beet bringen würden. Ich ließ ihn meckern und machte mich an das zweite Umgraben des Beetes innerhalb einer Woche.

Hierbei achtete ich darauf, dass der Rasenschnitt gut untergegraben wurde, was mir augenscheinlich auch sehr gut gelungen ist. Da ich einige Bereiche nicht mit Rasenschnitt abgedeckt hatte, bemerkte ich bereits beim Umgraben einen deutlichen Unterschied:
Der Boden, auf dem der Rasenschnitt etwa 1 Woche zum Trocknen lag, war auch nach dem Umwurf mit dem Spaten feinkrümelig und locker, brauchte nicht extra mit dem Spaten zerkleinert werden. Wohingegen der nichtgemulchte Boden weiterhin große, festverklebte Schollen bildete, die mit mehrfachen Spatenstichen zerkleinert werden mussten.

Die nachfolgenden Fotos sind etwa 1 Woche nach dem Untergraben des Rasenschnittes gemacht wurden. Noch vorhandene Erdklumpen lassen sich gut in der Hand zerdrücken und zerfallen feinkrümelig. An der Wasserspeicherwirkung des Bodens hat sich offenbar nichts verändert, auch in den Klümpchen ist die Erde feucht.

Das Beet, eine Woche nach der Einarbeitung des angetrockneten Rasenschnittes

Das Beet, eine Woche nach der Einarbeitung des angetrockneten Rasenschnittes

Einer der größeren Erdklumpen im Beet. Diese führten auf dem Testbeet im letzten Jahr dazu, dass ein Anbau kaum möglich war, weil der Boden zu grobkörnig war.

Einer der größeren Erdklumpen im Beet. Diese führten auf dem Testbeet im letzten Jahr dazu, dass ein Anbau kaum möglich war, weil der Boden zu grobkörnig war.

Auf den ersten Blick erschien der Erdklumpen trocken, es genühgte jedoch ein relativ leichter Druck, um ihn zu zerbröseln

Auf den ersten Blick erschien der Erdklumpen trocken, es genühgte jedoch ein relativ leichter Druck, um ihn zu zerbröseln

Das Ergebnis ist wunderbar feuchter und feinkrümeliger Gartenboden, ein himmelweiter Unterschied zu vorher

Das Ergebnis ist wunderbar feuchter und feinkrümeliger Gartenboden, ein himmelweiter Unterschied zu vorher

Allgemein habe ich das Gefühl, dass der Boden lockerer und luftiger ist, er hat an Volumen gewonnen, wodurch der Abstich der Grasschicht von etwa 8 bis 10 cm zum Teil ausgeglichen ist.
Aktuell lässt sich der Boden deutlich besser bearbeiten, auch besser zerkleinern, als ich es von einem Testbeet aus dem letzten Jahr kenne. Zwischenzeitlicher Starkregen führte auch nicht, wie im Testbeet letztes Jahr, dazu, dass der Boden übermäßig verschlemmt und sich verfestigt.

Für mich erscheint es nebenbei logisch, dass der Rasenschnitt als eingebrachte Biomasse den gleichen Effekt erzeugt, wie ein halbreifer Kompost – vielleicht nicht unbedingt mit Blick auf die Düngewirkung, aber die ist mir erstmal egal, da der Boden nach der zehnjährigen Brache kein Problem mit der Fruchtbarkeit haben sollte.

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