Unkraut mähen – mit einem Hochgrasmäher

Nachdem ich mich tagelang schwitzend mit einer Motorsense durch das mannshohe Unkraut gekämpft hatte, ohne damit wirklich etwas zu schaffen, entschied ich, dass etwas Größeres her müsste.
Also machte ich mich wieder zum örtlichen Motorgerätehändler, brachte die Motorsense zurück und forderte etwas anderes. Auf die Frage, was ich mir vorstellen würde, sagte ich nur: „Ich brauche ein Monster!“.

Was mir dann gezeigt wurde, kam dem schon ziemlich nahe – der Hochgrasmäher AS 73/2 Enduro! Mit 73 cm Schnittbreite, 13,5 PS und einer laut Hersteller empfohlenen maximalen Unkrauthöhe von 150 cm war dies das Größe, was ich kriegen konnte.
Gut, die Unkrauthöhen von 2 bis 2,3 m auf unserem Grundstück überstiegen dies zwar deutlich, aber einen Versuch war es allemal wert.

Hochgrasmäher AS 73/2 Enduro

Hochgrasmäher AS 73/2 Enduro

Am nächsten Morgen wurde das Gerät geliefert und bereits die Einweisung und Vorführung durch den Chef selbst machte klar, dass ich nun auf dem richtigen Weg war.
Das, was dort nun durch den Garten kroch, war wahrlich ein Monster – durch den Radantrieb fraß es sich fast unaufhaltbar durch 2 m hohen Wildwuchs und hinterließ eine Spur von etwa 3 cm hohen Resten, wobei hier der Mulch schon mitgerechnet war.

Vorher - Unkaut, vor allem Goldrute, von 2 bis 2,3 m Höhe

Vorher – Unkaut, vor allem Goldrute, von 2 bis 2,3 m Höhe

Nach 7 Stunden und zwei Tankfüllungen war das Tagwerk vollbracht, etwa 2.000 m2 waren nicht wieder zu erkennen. Wo verher kaum ein Durchkommen war, gab es jetzt den absoluten Überblick. Vögel entdeckten die Möglichkeiten und stürzten sich aus den umliegenden Bäumen auf Insekten am Boden, plötzlich schien es so, als käme wieder Leben in den Garten.
Ich war so zufrieden, dass ich das Monster für den nächsten Tag erneut bestellte.

Vollkommen zufrieden mit dem Ergebnis. Unkraut auf Minimalhöhe gemäht

Vollkommen zufrieden mit dem Ergebnis. Unkraut auf Minimalhöhe gemäht

Der nächste Tag lief genauso gut, am Tagesende waren insgesamt etwa 4.000 m2 auf 3 cm niedergemulcht.
Wäre ich nicht im Verlauf der Arbeit auf einen Zaun gestoßen, der plötzlich im Unkraut auftauchte und quer über der Grundstück verlief, ich hätte wohl noch ein paar Quadratmeter mehr geschafft.

Ich war am Ende des zweiten Tages mehr als erstaunt, wieviele Obstgehölze sich zwischen dem Unkraut befanden und in Zukunft nach eingehender Kontrolle noch ein langes und hoffentlich ertragsreiches Dasein in unserem Bauerngarten führen werden.

Ein Ökosystem für ein anderes

Was mich bei der Arbeit etwas traurig stimmte, war die Tatsache, dass ich eigentlich ein Ökosystem, dass sich wegen dem Leerstand in den letzten 6 Jahren entwickelt hatte, fast vollständig zerstören muss, um einen neuen, ökologischen Hof zu schaffen.

Ich hoffe, die Natur wird mir den Frevel verzeihen und mich für das bewerten, was ich auf dem Grundstück schaffen werde, einen ökologischen Bauernhof, auf dem großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, sowohl beim Anbau, als auch bei der Vermittlung von Wissen an die Kinder der Stadt.

Dafür werde ich mir auch genau überlegen, welche Bäume wo stehen bleiben, wo neue Bäume angepflanzt und wo Rückzugsräume für Nützlinge geschaffen werden.

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