Apfelbaum schneiden – Radikalschnitt

Nachdem ich das Grundstück mit dem „Monster“ freigeschnitten und begehbar gemacht hatte, traten einige Überraschungen zu Tage, darunter auch ein alter, schönwüchsiger Apfelbaum.
Zu meinem Erstaunen trug dieser auch Äpfel, viele kleine, aber auch einige große. Obendrein wies keiner der Äpfel wirklich Schäden in Form von Stichen oder Maden auf.
Die endgültige Reife hatten die Früchte Ende Oktober erreicht und die Äpfel schmeckten – nunja – ich kann mich nicht daran erinnern, vorher jemals einen so leckeren Apfel gegessen zu haben.

Genau so, wie ich sie wirklich mag, festes, fast weißes Fruchtfleisch, eine angenehme Säure und einen herrlichen Apfelgeschmack.

Da der Baum selbst einige Jahre nicht mehr gepflegt wurde und obendrein noch von massig Unkraut eingeschlossen war, trug er auch jede Menge altes Holz. Dass die Krone kaum noch durchlüftet war, sah man ganz deutlich an den Ästen, die zum Teil schon von Pilzen überzogen waren.

Der letzte Apfel, an den Ästen sieht man, wie verwachsen der gesamte Baum war.

Der letzte Apfel, an den Ästen sieht man, wie verwachsen der gesamte Baum war.

Um diesen Baum zu retten, war auf Grund der Verwachsungen ein Radikalschnitt notwendig.

Da ich bis vor wenigen Wochen noch nie einen Obstbaum geschnitten hatte, machte ich mich also bei Google schlau und übte vorab an ein paar heftig verwachsenen Pfirsichbäumen. Nachdem mir das Ergebnis bei diesen gefiel, traute ich mich auch an den Apfelbaum heran.

Unser Apfelbaum vor dem Schnitt, extrem verwachsen und die Äste mit Pilzen überzogen

Unser Apfelbaum vor dem Schnitt, extrem verwachsen und die Äste mit Pilzen überzogen

Die Äste waren extrem klein und eng verzweigt, als noch Laub auf dem Baum hing, war die Krone nahezu licht- und luftundurchlässig.
Das machte sich besonders bei den Früchten bemerkbar, vor allem bei Ihrer Positionierung am Baum.

  • Die Nordseite trug gar keine Früchte, was nicht erstaunte, da diese am wenigsten Licht bekam.
  • Die Ostseite trug nur sehr wenige, kleine Früchte, die auch kaum essbar waren.
  • Die Südseite trug keine Früchte, da direkt neben dem Baum drei gigantische Tannen stehen und diese alles an Mittagssonne nehmen.
  • Lediglich die Süd-West-Seite trug reichlich Früchte, darunter auch einige große, sodass es zum Naschen und für zwei Kuchen reichte.

Also hieß es reichlich ausdünnen, Platz schaffen für Licht und Luft.

Dabei orientierte ich mich in erster Linie daran, alle inneren Äste, bzw. nach innen wachsenden Äste, zu entfernen.
Danach dünnte ich aus; Äste, die zu nah an anderen waren, wurden geschnitten, außerdem Äste, die andere berührten, bzw. deutlich in die Richtung wuchsen.Zum Schluss entfernte ich noch einen Großteil der verwachsenen Triebe an den Enden, die unwahrscheinlich von Pilzen befallen waren.

Das Ergebnis vom Apfelbaum schneiden

Der Apfelbaum nach meinem Radikalschnitt - ich denke, er wird sich gut erholen

Der Apfelbaum nach meinem Radikalschnitt – ich denke, er wird sich gut erholen

Eine deutlich lichtere Krone, die von Pilz befallenen Stellen sind ebenfalls deutlich dezimiert.
Auch die Tannenäste, die in den Baum hinein gewachsen waren, wurden entfernt.

Nun darf er wieder wachsen und wird uns im nächsten Jahr hoffentlich eine reiche Apfelernte schenken.

Da ich von den Früchten so begeistert bin, habe ich zwei Dutzend Kerne aufbewahrt. Einen großen Teil davon habe ich bereits stratifiziert und in Töpfe gebracht, hier vermute ich allerdings, dass die Kältephase zu kurz war. Wir werden sehen.

Einige andere Kerne sind immernoch, tief in Sand gesteckt, im Kühlschrank. Im Frühjahr werde ich diese in Töpfen anziehen.
Hoffentlich treibt der Baum auch wieder gut aus, damit ich genügend Edelreiser für die anschließende Veredelung der Bäumchen habe.
Damit das gute Ergut des alten Baumes auch Bestand hat.

Außerdem haben wir ja noch ein paar tausend Quadratmeter Platz, eine Streuobstwiese ist schon in Planung und die Apfelbäumchen würden sich dafür sehr gut eignen.

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